[GosseNewsletter 1.2020] Ein Paar Worte dazu, was in 2020 in und um unser Haus passiert ist

Moin und hallo, liebe Freund*innen unseres Hauses Goßlerstraße 17/17a!

Jetzt, zum Ende dieses ereignisreichen und -armen Jahres 2020 melden wir uns bei euch. Um trotz social distancing in Kontakt zu bleiben, euch zu erzählen was bei uns los war und gemeinsam ins neue Jahr zu starten.

Unser Newsletter ist eigentlich nicht als Weihnachtsrundbrief gedacht. Wir hatten schon seit einiger Zeit geplant, ihn herauszubringen, und, lange Rede, kurzer Sinn, jetzt schien es uns ein guter Zeitpunkt zu sein, auf dieses seltsame Jahr zurückzublicken und mit euch einige der Dinge zu teilen, die für uns in im Haus und für unsere Nachbar*innen in Göttingen wichtig wurden.

WAS IST IN 2020 IN UND UM UNSER HAUS PASSIERT?
ENDLICH FERTIG! — WIR HABEN UNSERE WINTERGÄRTEN NEU GEBAUT

 

Kaum zu glauben, aber wahr. Nach vielen Verzögerungen haben wir im 1. Corona-Lockdown unsere Wintergärten fertig gebaut, Boden verlegt und sie wohnlich gemacht. Die Menge an Spaß, die wir dabei hatten, konnte nur mit der Anzahl der Herausforderungen verglichen werden, denen wir gegenüberstanden. Obwohl es nicht perfekt nach Plan verlief, haben wir es geschafft: Die neuen Wintergärten sind größer, heller, nachhaltiger und hundertmal schicker als die, die wir vorher hatten. Unsere Einweihungsfeier fiel leider wegen Corona nur sehr klein aus, sonst hätten wir uns so bei vielen von euch gerne nochmal für eure Unterstützung und Geduld bedankt. Vielen, vielen Dank aber an der Stelle an euch alle!

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#CORONA CALLING

Wir sind noch nicht einmal dazu gekommen, den Abschluss der Bauarbeiten im Frühjahr zu feiern, da brach Corona herein und wie alle mussten wir unsere Lebensweise drastisch verändern. Abgesehen davon, dass wir hier in der Gosse viel Zeit (manchmal zu viel) mit unseren Mitbewohner*Innen und nur innerhalb der WGs verbrachten, riefen wir gemeinsam mit unseren Nachbar*innen eine Solidaritäts-Hotline ins Leben. Damit versuchten wir, Menschen in der Nachbar*innenschaft zu helfen, die zu Risikogruppen gehören und z.B. nicht so einfach einkaufen gehen können.

Auch haben wir uns solidarisch mit Menschen gezeigt, die in der Groner Landstraße und im Iduna Zentrum ohne ausreichend Versorgung und ohne vernünftiges Hygienekonzept in Zwangscharantäne festgehalten wurden und gegen diese unmenschliche und klassistische Isolations-Politik der Stadt protestiert. Der Kampf geht auch dieses Jahr weiter: Zahlreiche Bewohner*innen der Groner Landstraße, die sich gegen den gewalttätigen Polizeieinsatz zu wehr setzten, werden mit schweren Vorwürfen vor Gericht angeklagt und brauchen unser allen solidarischen Support, auch in Form von Spenden! (siehe unten)

Corona hat uns auch (mal wieder) zum Nachdenken darüber gebracht, wie (un)fähig unsere Gesellschaft ist, mit bestimmten Herausforderungen umzugehen, und wir haben unsere Gedanken hier zusammengefasst. Gemeinsam stellen wir uns entschieden gegen die von wirren Verschwörungstheorien geprägten, antisemitischen und von rechten Gruppen dominierten selbsternannten “Corona-Rebellen”. Kein Platz für Faschos in Göttingen!


FAST 40 JAHRE SELBSTVERWALTETES WOHNEN IN DER GOSSE

Am 6. Mai stellten wir fest, dass 39 Jahre, die seit der Besetzung unseres Hauses am 6. Mai 1981 vergangen sind. Das war etwas, das wir zumindest mit einem Glas Sekt feiern musste. Und natürlich ein Anlass ein paar schöne Fotos zu machen. Im nächsten Jahr dürft ihr euch auf eine Einladung zum 40-jährigen zu uns in Garten freuen.
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FÜR EINE ANTIFASCHISTISCHE, SOLIDARISCHE NACHBARSCHAFT — RECHTEN TERROR STOPPEN!

Und nach einem Sommer, den wir viel bei uns im Garten, auf dem Fahrrad und freier atmend verbringen konnten, jährte sich schließlich Ende Oktober der rechte Brandanschlag auf unser Haus vor einem Jahr. Damals zündeten Nazis unsere Bühne an und schmierten Nazi-Symbole auf umliegende Häuser auf dem Campus. Über 350 Menschen kamen nur wenige Tage später vor unserem Haus zusammen und zeigten ihre Solidarität. Danke dafür! Wir rufen euch dazu auf euch gemeinsam weiterhin dem rechten Terror in Einbeck, Hanau oder anderswo entgegenzustellen und eure Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen.

Lese mehr dazu hier.

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NOCH GELD ÜBER?

Wenn ihr Lust darauf habt, solidarisch ein wenig Geld zu spenden, oder nicht wisst wohin mit dem Weihnachtsgeld, könnt ihr gerne beispielsweise für die Unterstützung von Prozesskosten der vom Polizeieinsatz während der Corona Quarantäne betroffenen Bewohner*innen in der Groner Landstraße 9a/b, oder für den Verein Polylux spenden, der  von rechts bedrohte zivilgesellschaftliche Strukturen in Ostdeutschland fördert.

Wenn ihr aber unserem Hausverein “Verein zur Förderung von Bildung, Kultur und studentischem Leben” unterstützen wollt und Lust habt, uns z.B. mit einem Direktkredit zu supporten, dann wendet ihr euch einfach an unsere FinanzAG unter verein.bksl@posteo.de. Sie kann euch dazu beraten.

So weit von uns. Wir hoffen euch gesund nächstes Jahr wiederzusehen bei diversen Baustellen, Konzerten, Aktionen und einfach so zum Kaffetrinken. Bleibt gesund, frohe (Nicht-)Weihnachten und ein guten Start ins neue Jahr 2021,
Eure Hausgemeinschaft Goßlerstraße 17/17a